Von 4000 auf 0: Vincentpyramide 2017-07-03T11:04:33+00:00

Project Description

Flug von einem 4000er: Hike&Fly von der Vincentpyramide

Auf der Vincentpyramide im Aostatal erfüllt sich ein Traum, von dem wir noch gar nicht zu träumen gewagt haben: Ein Flug von einem Viertausender. Hike&Fly im Monte Rosa als Höchstgenuss.

Manche Tourenträume erfüllen sich nur, wenn tagelange Planung
dahintersteckt , die Route meterweise aufgeschlüsselt wird, die
Schönwetterfenster sonnenklar poliert werden. Das Fliegen von einem
Viertausender gehört definitiv zu diesen
*Geht-nur-mit-Masterplan-Touren*. Dachten wir zumindest bis zu jenem
Augusttag im Aostatal.Erwarte das Unerwartete.Auf der *Grandes-Jorasses-Überschreitung *hab‘ ich dank übriger
Urlaubstage und Seilpartner Christian vier Tage zuvor schon grenzgeniale
Höhenluft schnuppern können. Andi rückt voll motiviert direkt vom Büro
in Spital/Pyhrn in den Westen nach. Unser großes Urlaubsziel: *Peuterey
Integral *am *Mont Blanc*. Das Wetter ist pipifein und soll auch so
bleiben. Aber vielleicht ist es nicht ganz so klug, so direkt vom
Flachland einen der schärfsten Grat der Alpen anzugehen? Weil sich
unsere Wege wieder im Aostatal vereinen, mein Vorschlag: Verbringen wir
noch eine Nacht in der Höhe, starten wir von Gressoney-La-Trinité mit
Seilbahn-Hilfe und unserem Zelt über die Punta Giordani zur
*Vincentpyramide*.Guter Plan. Packen wir’s!Andi: /“Und was, wenn wir den Schirm mitnehmen? Können wir dort oben
starten?“/*Bauchkribbeln*. *Gänsehaut*. Ich kenne das Monte-Rosa-Gebiet gut, und
/JA /- Rufzeichen! Es ist zum Starten bestens geeignet; vor allem, wenn
wie bei uns wenig Wind prognostiziert wird. Nur: Wo landen…? Gleich
beim Seilbahn-Parkplatz zwischen Wald, Häusern und den Liftleitungen wär
ein Fleckerl Wiese frei. Bei wenig Talwind sollte das ausreichen für ein
punktsicheres Landemanöver – selbst für mich als Flug-Einsteigerin…
Wieder Bauchkribbeln. Ein *Flug von einem Viertausender*? Das wär
einfach genial… Ahhhhh!

Gletscherhatscher

Packen wir unsere *ultraleichten Flugobjekte* (UFOs) einfach mal in den
Rucksack… Von der Station Punta Indren hatscht man unschwierig 800
Höhenmeter über Gletscher zu einem der *leichtesten Viertausender* der
Alpen, der *Punta Giordani* (4046 m). Warum diese kleine Felsinsel in
Verlängerung zur Vincentpyramide als eigenständiger 4000er gelistet
wird, ist uns *rätselhaft*. Egal, schön ist’s trotzdem – und wer nicht
gerne alleine ist, findet hier viele Wegbegleiter.

Der erste Viertausender für Kalle, unserem Eisbären. 🙂

Blick zurück zur *Punta Giordani*, der kleinen Felsinsel der Seligen.

*Next step: *Wir klettern über den *Südostgrat *(II) auf die
*Vincentpyramide*.

*Luftig *und *griffig*, so macht das Spaß!

Gipfel-Grinser!*Fetter Gipfel-Grinser :-)*

Nun suchen wir uns ein Fleckerl zum Übernachten – in der Scharte
zwischen Balmenhorn und Vincentpyramide stecken wir unsere
*Biwakparzelle *aus.

Hausbau. Inneneinrichtung. Check!

Während ich zum Schneeschmelzen beginne, macht Andi noch einen
Nachmittagsspaziergang auf das *Balmenhorn*, dem Nachbar-Viertausender
im *Sammlerparadies Monte Rosa*, dem ich vor ein paar Jahren schon mal
einen Besuch abgestattet hab.

Chill-out-Zone
Magische Momente

Nach einer angenehmen Nacht in unseren *lauschigen
Carinthia-Schlafsäcken* tritt das bestellte Wetter *ohne
Lieferverzögerung *und Abweichungen ein: viel Sonne, wenig Wind (nur
leicht drehend von West über Nord bis Ost) und angenehme statt
klirrend-kalter Temperaturen.

Ready for take-off!

Wie im Fluge. Für die Ewigkeit.

Etwas *unterhalb des Gipfels *der Vincentpyramide (4215 m), auf rund
4150 Höhenmeter, breiten wir in Windrichtung unsere Flügel auf dem
Gletscherrücken aus. *Wenige Schritte*, und wir heben ab…

Vogelperspektive

*Wahnsinns-Flug! *Von 4000 auf 0 in 20 Minuten (genau genommen: von rund
4150 auf etwa 1600). Genial, entlang der Punta Giordani zu kratzen, über
unsere Gletscher-Aufstiegsroute hinwegzuschweben, über das Skigebiet zu
gleiten und in eines der *engen Täler *einzutauchen. Etwa einen
Kilometer unterhalb der Seilbahn-Talstation erspähen wir eine größere
Wiese – die sich noch besser als Landeplatz eignet.

Punktlandung.

Was für ein *Traumstart in den Tag*…**Es ist neun Uhr am Vormittag.
Auf zum Frühstück im Bus – entspannen – und heute noch weiter zum
*Peuterey-Grat* ins Val Veny. 🙂 Doch egal, was noch kommt in diesem
Urlaub: Traumhaft ist er bereits.

Einen Augenblick bitte…