Jippieeee, jetzt geht das wieder los! Der Schnee hat die Wände im Gesäuse zum Großteil wieder freigegeben. Nichts wie hinein in die Arena der Alpinklettertouren! In der Südwand des Festkogels eröffnen wir unsere Xeis-Saison und geben uns zum Auftakt die „Letzte Ölung“ (7). Dabei ist es erst ein Vierteljahr her, dass Marlies mit den Skiern den Festkogel und das Hochtor besucht hat. Alles zu seiner Zeit. Und jetzt ist die beste Zeit – oder ist nicht immer das Jetzt die beste Zeit? 🙂

Schön und trocken

Gemeinsam mit Stefan Brunner stehen wir an den Einstiegen und wählen uns die trockenste Route nach den Regenfällen des Vortags. Die „Letzte Ölung“ (VII) soll’s für uns werden. Auch, weil ihr Stefan das Prädikat „eine der schönsten Linien hier“ verleiht. Da macht es dem alten Festkogel-Frequentierer auch nix aus, dass er bereits zum dritten Mal in die „Letzte Ölung“ einsteigt. Ein gutes Zeichen, er lebt immer noch!

A Bloßfuaßiga!

Stefan lässt Andi im Vorstieg den Vortritt (komisch, ich werde gar nicht gefragt, ob ich möchte ;-)) – und klettert mal eben barfuß darauf los. Ein Bloßfüßiger sieht anders aus, als er sich in der zweiten Seillänge über den ersten Überhang schwingt (7), in dem ich mal wieder über mich hinaus wachsen muss, um den guten Henkel zu erwischen. Als der Stefan in einer rauen Wasserrille (6+) etwas mehr Druck auf seine Zehe bringt, findet die das gar nicht mehr lustig. Also doch in die Kletterschuhe, damit die Route nicht ihrem Namen gerecht wird. Naja, jedem das seine! 🙂

Für Andi läuft’s gut dahin, die Friends und Keile am Klettergurt rührt er nicht an – und mit Stefan ist am Stand fröhlich Schwatzen. Als wir über die 7er-Plattenlänge hinwegschleichen, die nachträglich mit Bohrhaken saniert wurde, schwingt großer Respekt an die Erstbegeher mit. Wir waren noch nicht einmal auf der Welt, als F. Bräuer und R. Lintner 1984 diese kühne Linie erstmals begingen (die im Nachhinein begradigt wurde).

Festkogel Abseilen
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Ein ausgefüllter und erfüllender Klettertag – wie immer im Gesäuse 🙂